light+building 2014 – Android in der Gebäudeautomation

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Die Realisierung von Smart Homes waren eines der zentralen Themen der light+building 2014 in Frankfurt. Zahlreiche Anbieter präsentierten dazu Konzepte und Komponenten zur Vernetzung aller technischen Geräte im Haus. In erster Linie ging es dabei um die Heizung, die Beleuchtung und die Beschattung. Auch die Integration der Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte in ein Gesamtsystem wurde vereinzelt gezeigt.

Android statt Windows

Positiv ist mir aufgefallen: Während früher auch für simple Bedienaufgaben komplette PCs an die Wand geschraubt wurden, übernehmen diese Aufgaben immer häufiger Panels auf Basis von Android. Für Android sprechen die einfache Handhabung für den Endkunden, die riesige Auswahl an Apps und dass keine Lizenzkosten anfallen.

Zudem basieren die Android-Panels auf schlanker Hardware, die weniger Strom verbraucht. Android kommt aus dem Mobilbereich und ist schon von der Konzeption her auf Energiesparen getrimmt. Android-Systeme sind robust und starten auch nach einem Stromausfall klaglos.

Unübersichtliches Angebot

Eher problematisch sehe ich die Vielfalt an Vernetzungslösungen, welche insgesamt auf den Endanwender hereinbricht. Ich will jetzt gar nicht aufzählen, wie viele verschiedene Systeme ich bei den Schalterherstellern und Rollladenmotoranbietern gesehen habe, teilweise auch als Insellösungen. Mich erinnert das etwas an die Industrieautomation der 90er Jahre, als zahlreiche Feldbussysteme um die Gunst der Maschinenbauer gebuhlt haben.

Es gibt zwar mit EIB/KNX und BACnet Standards, die sind jedoch relativ komplex und ohne spezielles Wissen kaum einsetzbar. Plakativ könnte man sagen, KNX ist Windows und BACnet ist Linux, leistungsfähig für große Anwendungen und für Freaks. Der Wohnungskäufer und Häuslebauer sucht aber etwas Einfaches wie sein Smartphone, das er ohne Spezialwissen nutzen kann.

Ausblick schwierig

Wo die Entwicklung hingeht, ist schlecht abzuschätzen, aber es bleibt spannend. Mich persönlich fasziniert digitalSTROM, das auf intelligenten Klemmen basiert und die vorhandene Elektroverteilung als „Bus“ nutzt.

Was meinen Sie? Sehen Sie für KNX Potential im Bereich der Häuslebauer oder setzen sich eher einzelne Hersteller mit ihrer proprietären Lösungen durch? Schreiben Sie doch Ihre Meinung als Kommentar oder per E-Mail direkt an mich.

Geposted von Gerhard Bäurle am 28.04.2014

Marketing / PR bei tci GmbH Gerhard Bäurle arbeitet als "schreibender Ingenieur" für tci. Er ist in der Welt der elektrischen Automatisierung zuhause und betrachtet Technologie auch immer aus dem Blickwinkel der Anwender. Aus dieser Sicht bringt er Technik in eine verständliche Form. Das gilt für Presseartikel und Anwenderberichte ebenso wie für Vorträge und Kundengespräche auf Fachmessen.
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