EnOcean im Gewerbebau

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Neulich wurde mir ein Newsletter zum Thema EnOcean Tour weitergeleitet. Ich hatte bis dahin eigentlich diese Technik nie wirklich ernsthaft betrachtet, nahezu belächelt. Aber da sich Unternehmen wie Honeywell PEHA, Thermokon und Hoppe angeschlossen haben, wollte ich diese Vorträge wahrnehmen. Zudem wollte ich mir „The Squaire“ Frankfurt auch mal von innen ansehen.

EnOcean Tour - bis auf den letzten Platz  ausgebuchten. (c) EnOcean GmbH EnOcean Tour - bis auf den letzten Platz ausgebuchten. (c) EnOcean GmbH

Wohin geht die Reise?

Technisch handelt es sich bei EnOcean über batterielose Funktechnik. Zum Senden wird nur eine geringe Energie benötigt, die aus der Umgebung gewonnen wird – beispielsweise aus der Bewegungsenergie beim Drücken eines Tasters. Dabei wird die Energie zum Senden erzeugt und das Signal übertragen.
Erstmals wurde auf der Light & Building 2002 in Frankfurt ein Prototyp von EnOcean vorgestellt. Neben der Funktion stehen auch verschiedene Verkabelungsmodelle in der Diskussion. Generell gilt für die Reichweite, dass ohne massive Wände 30m Funkstrecke leicht überwunden werden. Es gibt auch Repeaterlösungen, die die Funkstrecke partiell (Level1 und Level2) entsprechend bis auf 90m verlängern können. Ich denke, wir werden uns in den nächsten Jahren getrost von der bisherigen Verkabelung auch im gewöhnlichen Wohnhaus verabschieden. Ein riesiger Vorteil ist natürlich auch, dass die Schalter an allen erdenklichen Stellen und Materialien montiert werden können und wartungsfrei sind, da sie auch keine Batterie besitzen.

Licht ja, aber was bedeutet das für die übrigen Funktionen in einem Smarthome?

Neben Licht und schaltbaren Steckdosen gibt es ja auch andere Funktionen, z.B. in den Bereichen HLK und Beschattung. Mittlerweile können auch Sensoren mit Solarenergie betrieben werden und entsprechende Befehle per Funk übertragen. Wichtig ist dabei natürlich, dass die Position bedingt durch die Energieaufnahme durch die Solarzelle gewährleistet werden muss. Interessant fand ich auch den Ansatz der Fa. Hoppe, bei der allein durch das Drehen am Fenstergriff die Energie aufgebaut wird und der Zustand an die Gebäudeleittechnik (GLT) übertragen wird.

(c) Auszug  Powerpoint Präsentation EnOcean "Gatewaylösungen mit Funksensorik" Auszug Powerpoint Präsentation EnOcean "Gatewaylösungen mit Funksensorik"

Die Frage nach dem Funksmog

Auf die Frage aus der ca. 70 köpfigen Zuhörerschaft hatte ich irgendwie schon gewartet. Ein DECT Telefon hat eine Funkstrahlung von 1 Watt pro Quadratmeter. Im Vergleich dazu gibt ein EnOcean Funkschalter beim Betätigen 0,000013 Watt pro Quadratmeter ab. Grob gerechnet ist das um den Faktor 75.000 weniger.

Wie sicher ist EnOcean Technologie?

Jeder Schalter/Taster oder auch Sensor hat seine einzigartige Adresse (32Bit-ID) und damit Identität wie zum Beispiel eine MAC Adresse. Die Verschlüsselung erfolgt über eine „Rolling Code“ Authentifizierung. Das Funkprotokoll entspricht der ISOP/IEC-Standard 14543-3-10 und die Übertragungssicherheit wird durch kurze Telegrammzeit von ca. einer Millisekunde und zwei asynchronen Wiederholungen gewährleistet.

Von der GLT zum Smarthome

Ich denke, dass der Schritt zur intelligenten Gebäudesteuerung nicht nur durch die Funktechnologie getragen werden wird. Für den Anschluss von Touchpanels an die Gebäudesteuerungen oder Streaminganwendungen wird sich Ethernet nicht so schnell verdrängen lassen. Ich sehe die Funktechnik als sinnvolle Ergänzung zur Übertragung von Sensordaten. Wahrscheinlich wird die ganze elektrische Planung durch diese Technik revolutioniert. Interessante Anwendungen gibt es schon mit Drucksensoren in Sitzmöbeln und Matratzen, in Lebendfallen für unerwünschte Nager, bei Stopptasten in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Industrie-Schaltern, Kabelbaumsensoren und Lawinenschutz-Sensoren. Mehr dazu auch im EnOcean Blog...

Setzen Sie schon auf die EnOcean Technologie? Gerne freue ich mich auf Ihre Anregungen oder Erfahrungen zu diesem Thema. Schreiben Sie doch einen Kommentar hier in den Block oder per E-Mail direkt an mich.

Geposted von René Jung am 12.11.2015

Marketing / PR bei tci GmbH Leitung Marketing | Seit 2002 arbeite ich als Mitarbeiter in der Abteilung Marketing bei tci und bin seither für Online-Marketing, Messen und vieles andere im Bereich Marketing zuständig. Ein Blog in der Automatisierungsbranche soll zusammenführen, was zusammen gehört - tci als Hersteller von Industrie Computer und alle, die unsere Produkte brauchen. Ich freue mich über alle Kommentare und Meinungen zu unseren Themen.
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