Business-Knigge – gutes Benehmen im Beruf

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Distanz wahren – abgesehen vom Händedruck bei der Begrüßung ist Körperkontakt unerwünscht. Bild: Vielen Dank an pixabay/MAKY_OREL

Vielleicht kennen Sie das auch: Kinder und Jugendliche aus Ihrer direkten Nachbarschaft, die Sie ganz sicher kennen und erkennen, gehen grußlos, und den Blick stur gerade aus, an Ihnen vorbei. Im privaten Bereich nehmen wir solches Benehmen als Unhöflichkeit hin – ist eben so. Aber da war doch Knigge, was ist denn daraus nur geworden?

Wer oder was ist denn dieser Knigge?

Namensgeber ist Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge, der im 18. Jahrhundert lebte und damals mit der Schrift „Über den Umgang mit Menschen“ bekannt wurde. Damals ging es nicht darum, welches Besteck für welchen Gang verwendet wird. Ziel war vielmehr die Aufklärung der einfachen Leute, wie sie sich in der Politik und gegenüber ihrer damaligen Herren und Landesfürsten richtig verhalten. Heute wird unter dem Begriff Knigge, von der Historie abweichend, ein Ratgeber für gutes Benehmen verstanden.

Der Knigge im beruflichen Umfeld

Im privaten Bereich bleibt der gedankenlose Umgang mit Mitmenschen meist ohne Folgen oder mit Folgen, die man dann einfach hinnimmt. Im beruflichen Bereich jedoch präsentiert man häufig nicht nur sich selbst, sondern auch sein Unternehmen und seinen Arbeitgeber. Wer hier gedankenlos jedes Fettnäpfchen mitnimmt, riskiert nicht nur Nachteile für sich, sondern auch für seine Organisation, sei es der Verein, die Körperschaft oder das Unternehmen, für das man tätig ist. Anbei einige Regeln, die jeder beachten sollte.

Pünktlichkeit

Wer regelmäßig zu spät zu Besprechungen oder Meetings erscheint, zeigt sich respektlos gegenüber seinen Gesprächspartnern. Da stellt sich schnell die Frage, ob man nur seinen Aufgaben nicht gewachsen oder ob man generell unzuverlässig ist. Ich persönlich halte auch gar nichts davon, immer noch fünf Minuten zu warten. Besprechungen sollten pünktlich beginnen, das hat auch einen gewissen erzieherischen Effekt.

"Warten wir noch fünf Minuten" – warum auf die Unpünktlichen warten? Bildquelle: pixabay/geralt "Warten wir noch fünf Minuten" – warum auf die Unpünktlichen warten? Bild: Vielen Dank an  pixabay/geralt

Distanz und Körperkontakt

Der Mensch hat das Bedürfnis nach einer gewissen Distanz. Da gibt es keine pauschale Angabe in Zentimetern, das ist eher individuell. Weicht Ihr Gegenüber zurück, wünscht er/sie vermutlich etwas mehr Distanz – das sollten Sie respektieren. Man sollte andere auch nicht anfassen, da das im Unterbewusstsein als Eingriff in die Privatsphäre registriert wird.

Kritik

Jeder Mensch macht Fehler – aber niemand wird gerne darauf angesprochen. Ob Vorgesetzter oder Mitarbeiter/in, Fehler und Unzulänglichkeiten sollten immer in einem persönliche Gespräch, möglichst unter vier Augen, besprochen werden – und nicht in großer Runde. Das ist nicht nur den Angesprochenen unangenehm, sondern auch den Unbeteiligten in der Runde. Zudem sind pauschale Zurechtweisungen mit immer und nie unsachlich. Es sollte der konkrete Sachverhalt angesprochen werden.

Ein Fingerzeig wirkt wie ein persönlicher Angriff. Bild: Vielen Dank an pixabay/bykst Geht gar nicht: Ein Fingerzeig wirkt wie ein persönlicher Angriff. Bild: Vielen Dank an pixabay/bykst

Anrufe

In einer Besprechung gilt die volle Aufmerksamkeit den Gesprächspartnern. Es ist äußerst unhöflich, das Telefon klingeln zu lassen und dann das Telefonat auch noch anzunehmen – die Besprechung bricht ab und alle anderen müssen warten. Stellen Sie daher Ihr Smartphone oder das Bürotelefon auf lautlos. Sollten Sie ausnahmsweise einmal auf einen wichtigen Anruf warten, informieren Sie bitte Ihre Besprechungsteilnehmer im Vorfeld, damit sie sich darauf einstellen können.

Gäste begleiten

Auch wenn Sie ein tolles Besucherleitsystem mit neuesten digitalen Türschildern haben – bitte holen Sie Ihre Gäste, zumindest wenn sie fremd sind, am Empfang ab und begleiten Sie sie später wieder dahin zurück. Es ist kein guter Besprechungsauftakt, wenn die Gäste erst mal eine Zeit lang durch Flure und Gänge geirrt sind, bis sie in letzter Minute im richtigen Raum eintreffen.

Auch wenn modernste Türschilder vorhanden sind – Besucher begleitet man besser durch das Gebäude. Bild: tci-ambiento Auch wenn modernste Türschilder vorhanden sind – Besucher begleitet man besser durch das Gebäude. Bild: tci-ambiento

Höflich bleiben

Manchmal steigt der Stresslevel und man hat Mühe, höflich zu bleiben. Das mag zwar schwierig sein, aber wer schreit oder unsachlich wird, kann seine Achtung schnell einbüßen. Besser einmal durchatmen und die Ruhe bewahren als das Gesicht zu verlieren.

Wer schreit verliert – Kritik muss sachlich bleiben. Bild: pixaybay/Ashish_Choudhary Wer schreit verliert – Kritik muss sachlich bleiben. Bild: Vielen Dank an  pixaybay/Ashish_Choudhary

Jetzt habe ich viel mehr geschrieben, als ich Anfangs vor hatte. Zudem möchte ich noch betonen, dass die Idee zu diesem Blogbeitrag nicht vom Arbeitsklima bei tci kommt, sondern aus meinem privaten Alltag. Im Gegenteil, das Arbeiten bei tci macht Spaß, die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen ist immer konstruktiv und produktiv.

Das lässt sich auch aus dem Blogbeitrag von Jana Beckert lesen: Ausbildung im Marketing bei tci

Was ist Ihre Meinung zum Knigge und zum Umgang miteinander? Tendieren Sie mehr zur lockeren Selbstverwirklichung oder legen Sie eher Wert auf verbindliche Umgangsformen? Schreiben Sie Ihre Meinung doch als Kommentar in den Blog oder per E-Mail direkt an mich.

Geposted von René Jung am 12.07.2016

Marketing / PR bei TCI GmbH Leitung Marketing | Seit 2002 arbeite ich als Mitarbeiter in der Abteilung Marketing bei TCI und bin seither für Online-Marketing, Messen und vieles andere im Bereich Marketing zuständig. Ein Blog in der Automatisierungsbranche soll zusammenführen, was zusammen gehört - TCI als Hersteller von Industrie Computer und alle, die unsere Produkte brauchen. Ich freue mich über alle Kommentare und Meinungen zu unseren Themen.
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