Robuste und langlebige Industrie-PCs

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Was macht einen Industrie-PC aus? Was unterscheidet ihn vom Büro-PC? Im Artikel Industrie Computer für den Schaltschrank bin ich darauf eingegangen, dass elektronische Geräte wie Industrie-PCs beim Einsatz in Produktionsumgebungen gegen mechanische Beschädigung und vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt werden müssen.

Warum Industrie Computer?

Ein Industrie Computer – kurz Industrie-PC oder auch IPC – ist für den Einsatz in industrieller Umgebung konzipiert. Ein wesentliches Merkmal im Vergleich zu Büro-Computer ist ein stabiles Gehäuse. Dabei kommen, je nach Ausführung, Stahlblech, Aluminium, Edelstahl oder ein robuster Kunststoff zum Einsatz.

Industrie-PCs: Die robusten Kunststoffgehäuse sind leicht gebaut und in verschiedenen Farben realisierbar. Bild tci GmbH Die robusten Kunststoffgehäuse sparen Gewicht und sind in verschiedenen Farben realisierbar. Bild tci GmbH

Ein weiterer Punkt ist die Ausfallsicherheit. Auf mechanisch drehende Komponenten wie Lüfter und Festplatten wird weitestgehend verzichtet. Stattdessen kommen passive Kühlkonzepte und SSDs als Massenspeicher zum Einsatz. Entscheidend ist auch die Auswahl der Komponenten und Schnittstellen. Während im Büro die seriellen Schnittstellen schon lange ausgedient haben, haben RS-232 und RS-485 im industriellen Umfeld noch eine gewisse Verbreitung und müssen zumindest optional unterstützt werden.

Industrie-PCs müssen langzeit-verfügbar sein

Als IPC-Hersteller darf man nicht jedem Trend hinterherjagen – sondern sollte bei der Komponentenauswahl berücksichtigen, dass diese möglichst lange Zeit lieferbar sein werden. Viele Anwendungen im Maschinen- und Anlagenbau sind auf eine lange Laufzeit ausgelegt. Entsprechend langfristig müssen die Industrie-PCs verfügbar sein, damit in einer laufenden Serie kein Redesign erforderlich wird.

Daneben gilt es für die Anbieter, den technischen Fortschritt nicht zu verpassen. Das wird bei tci beispielsweise durch baugleiche Nachfolge-Modelle gelöst: Sie passen mechanisch 1:1 in die bestehende Montageöffnung und sind bezüglich der technischen Daten gleichwertig oder besser – beispielsweise durch einen schnelleren Prozessor oder mehr Arbeitsspeicher. Gleichzeitig hat der Anwender den Vorteil, dass für eventuell gestiegene Software-Anforderungen mehr Ressourcen zur Verfügung stehen.

Panel-PCs – Industrie-PCs mit integriertem Display

Zur Visualisierung und Bedienung von Maschinen und Anlagen kommen häufig Panel-PCs zum Einsatz. Sie können in ein Steuerpult oder direkt in eine Schaltschranktür eingebaut werden – und sind praktisch das Fenster zur Anlage. Dort können Alarme angezeigt und Messwerte visualisiert oder Rezepturen ausgewählt werden. Die Panel-PCs werden in der Regel per Touchoberfläche bedient und ersetzen eine Vielzahl einzelner Tasten und Lampen. Manchmal gibt es einen Schlüsselschalter zum Start der Anlage und einen Notaus-Taster für Gefahrensituationen – alles andere wird per Benutzeroberfläche gesteuert.

Industrie-PCs als Box-PCs im Schaltschrank

Während Panel-PCs besonders kompakt gebaut sind, bieten Box-PCs mehr Flexibilität bezüglich Ausstattung und Rechenleistung. Je nach Ausführung sind mehrere freie Steckplätze für Erweiterungskarten oder zusätzliche Laufwerke verfügbar. Damit sind leistungsfähige Systeme mit Messdatenerfassung, Feldbus- oder Netzanbindung realisierbar – bis hin zu High-End-Anwendungen in der Bildverarbeitung oder als Datenbank.

Die Bedienung solche PCs im Schaltschrank erfolgt entweder über ein abgesetztes Panel-Display, das wie der Panel-PC in Schaltschranktür montiert sein kann – oder als rundum geschlossenes Panel-Display zur Tragarmmontage direkt an der Maschine. Hier sind Entfernungen bis zu 100 m über Standard-Ethernet-Kabel möglich.

Ohne Qualitätsverlust: Hochauflösende Videosignale und Audiodaten von Industrie-PCs können per CAT 7-Leitung bis zu 100 m übertragen werden. Bild tci GmbH Ohne Qualitätsverlust: Hochauflösende Videosignale und Audiodaten können per CAT 7-Leitung bis zu 100 m übertragen werden. Bild tci GmbH

tci bietet Standard-IPCs, die für eine Vielzahl von Anwendungen geeignet sind. Modulare IPCs, mit deren Baukasten eine gewisse Individualisierung möglich ist und individuelle IPCs, die wie ein Maßanzug passend zur Anwendung der Kunden entwickelt werden. Abschließend möchte ich anmerken, dass es „den“ Industrie Computer für alle Einsatzbereiche nicht gibt – in der Praxis setzt man auf Lösungen, die für den entsprechenden Einsatzzweck optimiert und für ihre Anwendungen genau angepasst sind.

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Geposted von René Jung am 22.06.2020

Marketing / PR bei tci GmbH Leitung Marketing | Head of Marketing bei tci GmbH Seit 2002 arbeite ich als Mitarbeiter in der Abteilung Marketing bei tci und bin seither für Online-Marketing, Messen und vieles andere im Bereich Marketing zuständig. Ein Blog in der Automatisierungsbranche soll zusammenführen, was zusammen gehört - tci als Hersteller von Industrie Computer und alle, die unsere Produkte brauchen. Ich freue mich über alle Kommentare und Meinungen zu unseren Themen.
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