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Touchpanels in der Gebäudeautomation sind für lange Lebenszyklen ausgelegt. Zehn Jahre und mehr sind keine Seltenheit. Während die Hardware über diesen Zeitraum zuverlässig ihren Dienst leisten soll, entwickelt sich die Software kontinuierlich weiter. Funktionen kommen hinzu, Fehler werden behoben und neue Sicherheitsanforderungen müssen umgesetzt werden.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Wie sicher ist ein Touchpanel heute? Sondern auch: Wie lässt es sich über seinen gesamten Lebenszyklus aktualisieren und warten?
Genau hier kommen OTA-Updates und Device Management ins Spiel.
Mehr als ein Betriebssystem-Update
Bei Over-the-Air-Updates, kurz OTA, denken viele zunächst an Betriebssystem- oder Firmware-Updates. Für unsere Kunden ist aber ein zweiter Punkt mindestens genauso wichtig: die eigene Anwendungssoftware.
Das typische Szenario sieht so aus: Wir liefern als tci die Touchpanel- und Systemplattform. Unser Kunde integriert darauf seine eigene Visualisierung oder Applikation und liefert die Gesamtlösung an seinen Endkunden.
Damit entsteht eine klare Kette:

Für unseren Kunden beginnt nach der Installation die Betriebsphase. Seine Anwendung wird weiterentwickelt, neue Versionen müssen verteilt und die installierten Systeme gewartet werden.
Bei fünf Geräten lässt sich ein Update vielleicht noch manuell durchführen. Bei 50, 100 oder mehreren hundert Panels an unterschiedlichen Standorten wird daraus schnell ein erheblicher Serviceaufwand.
Anwendungssoftware zentral aktualisieren
Über ein Device Management kann der Lösungsanbieter seine installierte Gerätebasis zentral administrieren, Softwarestände verwalten und neue Versionen seiner Anwendung remote auf die entsprechenden Systeme verteilen.
Das reduziert die Notwendigkeit, für jedes Update einen Servicetechniker zum Endkunden zu schicken.
Device Management ist deshalb für mich nicht nur eine technische Komfortfunktion. Es ist ein wesentlicher Bestandteil eines langfristigen Lifecycle-Konzepts.
Denn je größer die installierte Basis eines Lösungsanbieters wird, desto wichtiger wird die Frage: Wie kann ich diese Geräte in fünf oder zehn Jahren noch wirtschaftlich betreiben und warten?
Fernwartung gehört zum Konzept
Der gleiche Gedanke gilt für den Service.
Tritt beim Endanwender ein Problem auf, sollte nicht automatisch ein Techniker zum Gebäude fahren müssen. Ein sicherer Fernzugriff ermöglicht es dem Service, zunächst den Zustand des Systems zu prüfen, Fehler einzugrenzen und – soweit möglich – direkt remote einzugreifen.
Für unsere Kunden ist das besonders relevant. Sie stehen häufig zwischen uns als Hersteller des Touchpanels und dem Betreiber des Gebäudes. Für den Endanwender sind sie der Ansprechpartner für die komplette Lösung und damit auch für Wartung und Support.
Die Touchpanel-Plattform muss deshalb die technischen Voraussetzungen schaffen, damit unser Kunde diesen Service effizient anbieten kann.
OTA-Updates, Device Management und Fernwartung gehören für mich daher zusammen.
Cybersecurity macht Updatefähigkeit zur Voraussetzung
Hinzu kommt die Cybersecurity.
Mit zunehmender Vernetzung steigen die Anforderungen an die Sicherheit von Touchpanels und anderen Komponenten der Gebäudeautomation. Ein System, das heute sicher ausgeliefert wird, ist nicht automatisch über seine gesamte Einsatzdauer sicher.
Neue Schwachstellen werden entdeckt und müssen geschlossen werden können. Genau deshalb gewinnt die langfristige Updatefähigkeit auch durch den Cyber Resilience Act (CRA) weiter an Bedeutung.
OTA-Updates sind dabei ein wichtiger Baustein – vorausgesetzt, auch der Updateprozess selbst ist abgesichert. Nur autorisierte Software darf installiert werden. Signierte Softwarepakete, abgesicherte Kommunikationswege und weitere Security-by-Design-Maßnahmen sind deshalb Teil des Gesamtkonzepts.
Die Wahl der Plattform entscheidet mit
Damit sind wir auch bei der Frage nach dem Betriebssystem.
In unserem Beitrag „Android, Windows oder Linux – was eignet sich für Gebäude-Touchpanels?“ haben wir gezeigt, dass bei der Auswahl nicht nur Benutzeroberfläche und Performance betrachtet werden sollten.
Langzeitverfügbarkeit, Sicherheitsupdates und die Möglichkeit einer zentralen Geräteverwaltung spielen eine ebenso wichtige Rolle.
Gerade Embedded-Linux-Systeme auf Basis von OE/Yocto bieten uns hier interessante Möglichkeiten. Betriebssystem und benötigte Komponenten können gezielt auf die jeweilige Hardware und Anwendung abgestimmt werden. Gleichzeitig lässt sich eine Plattform schaffen, die langfristige Wartbarkeit und definierte Updateprozesse unterstützt.
Vom Touchpanel zur langfristig betreibbaren Plattform
Für mich verändert das auch die Anforderungen an ein modernes Touchpanel.
Displaygröße, Design und Rechenleistung bleiben wichtige Auswahlkriterien. Für professionelle Gebäudeautomationslösungen reicht das aber nicht mehr aus.
Wir müssen uns zusätzlich fragen:
Kann das Betriebssystem langfristig aktualisiert werden? Kann unser Kunde seine eigene Anwendung remote verteilen? Kann er seine installierten Geräte zentral verwalten? Und kann er seinen Endkunden einen effizienten Remote-Service anbieten?
Wenn ein Touchpanel zehn Jahre oder länger eingesetzt wird, müssen wir diese zehn Jahre bereits bei der Entwicklung mitdenken.
Genau deshalb betrachten wir bei tci Hardware, Betriebssystem, Cybersecurity, OTA-Updates und Device Management nicht isoliert. Sie sind Bestandteile einer Plattform, auf der unsere Kunden ihre eigenen Lösungen langfristig sicher betreiben und weiterentwickeln können.
Mehr über moderne Touchpanels
Welche weiteren Kriterien bei der Auswahl eines Touchpanels für die Gebäudeautomation eine Rolle spielen, zeigen wir in unserem E-Book:
„Moderne Touchpanels für die smarte Gebäudeautomation“
Darin betrachten wir unter anderem Betriebssysteme, Hardwarekonzepte, Cybersecurity und die Anforderungen an moderne Bedienlösungen für Smart Buildings.
